Als ich vor Jahren anfing, Wikipedia finanziell zu fördern, wurde das Projekt von vielen noch als nettes Hobby für Nerds belächelt. Heute, am 15. Januar 2026, feiert die Plattform ihr 25-jähriges Bestehen. Aus dem „digitalen Witz“ von 2001 ist das Rückgrat unserer Informationsgesellschaft geworden.
Für mich als Solopreneur und Berater ist Wikipedia mehr als nur eine Website. Es ist das Paradebeispiel für Schwarmintelligenz und den freien Zugang zu Bildung. Deshalb unterstütze ich das Projekt seit langem privat und geschäftlich.
Von der Nische zur 3-Millionen-Marke
Die Entwicklung ist beeindruckend. Was mit Jimmy Wales und Larry Sanger klein anfing, hat allein im deutschsprachigen Raum im März 2025 die Marke von 3 Millionen Artikeln geknackt. Weltweit sorgen fast 250.000 Freiwillige dafür, dass Wissen nicht hinter Bezahlschranken verschwindet, sondern für jeden verfügbar bleibt.
In meiner täglichen Arbeit im Spieler Studio merke ich oft, wie wichtig verlässliche Quellen sind. Wenn ich für Kunden Strategien entwickle oder komplexe Projekte steuere, ist ein fundierter Faktencheck die Basis für alles. Für Spezialthemen skaliere ich mein Studio punktuell mit Experten aus meinem Netzwerk – aber der Anspruch an die inhaltliche Tiefe bleibt immer bei mir.
Die Herausforderungen im KI-Zeitalter
Das Jubiläumsjahr 2026 bringt jedoch harte Fakten mit sich. Seit ChatGPT und andere KI-Modelle den Markt dominieren, sinken die Aufrufzahlen bei Wikipedia. Das ist paradox, denn genau diese KIs werden massiv mit den Daten der Wikipedia trainiert.
Drei Punkte bereiten mir Sorgen:
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Sichtbarkeit: Wenn KI-Bots Wissen ausspucken, ohne auf die Quelle zu verlinken, versiegt die Aufmerksamkeit – und damit auch die Spendenbereitschaft.
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Neutralität: Trolle und politische Akteure versuchen verstärkt, Propaganda zu platzieren. Die Abwehr dieser Angriffe kostet enorme Kraft.
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Vielfalt: Die Autorenschaft ist immer noch zu männlich geprägt. Hier fehlt es an Perspektiven.
Mein Fazit zum Jubiläum
Ich bleibe Förderer. Wahrheit, Klarheit und Fakten sind in Zeiten von Deepfakes und KI-Halluzinationen wichtiger denn je. Wer die Wikipedia nutzt, sollte sich überlegen, ab und zu einen kleinen Beitrag zu leisten – damit Wissen auch in den nächsten 25 Jahren frei bleibt.
Jörg Spieler